Lesestoff „Performance Studies“

von Knut Holtsträter

Diese Literatur haben wir in einem Lektüreseminar (Performance Studies im Bereich Musik und Performance) erarbeitet, und zwar in folgender Reihenfolge.

1. Doris Bachmann-Medick, Kapitel „Performative Turn“, in: Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften, 2. Aufl., Reinbek bei Hamburg 2007, S. 104-143. (Literaturwissenschaftlich, ein klein wenig Fischer-Lichte-Bashing aus der sicheren Ringecke der Literaturwissenschaft, leider noch nicht ganz dran an den Weltfragen.)

2. Uwe Wirth, „Der Performancebegriff im Spannungsfeld von Illokution, Iteration und Indexikalität“, in: Performanz. Zwischen Sprachphilosophie und Kulturwissenschaften, Frankfurt am Main 2002, S.9-60. (Achtung: Linguistik, sehr auf den Fachdiskurs fokussiert, hält aber einige Begriffe parat. Verlangte einiges an Frustrationstoleranz.)

3. Erika Fischer-Lichte, „Einleitung. Theatralität als kulturelles Modell“, in: Theatralität als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften, Tübingen, Basel 2004, S. 7-26. (German Theaterwissenschaft. Theatralität als alles, für einen Medienwissenschaftler eine Frechheit ;-)

4. David Graver, „The Actor’s Bodies“, in: Performance. Critical Concepts in Literary and Cultural Studies, hg. v. Philip Auslander, Bd. 2, London, New York 2003, S. 157-174. (Aus der Praxis kommend, sehr interessante Kategorisierung, gut auf Analyse anzuwenden, m.E. die Entdeckung des Semesters.)

5. Richard Schechner, „Drama, Script, Theatre, and Performance“, in: The Drama Review 17 (1973), Nr.3, S. 5-36. (Yay, schechnersche Welterklärung at his best, stellt alle wohlbekannten Begriffe auf den Prüfstein. Sehr anregend, man muss es aber irgendwie mögen. Viele grafische Schemata, die man an der Tafel weiterdenken kann. Ebenfalls aktualisiert als Kapitel in: Richard Schechner, Performance Theory,  London u. New York 2003, S. 66-111.)

6. Simon Frith, Kapitel: Performance, in: Performing Rites. On the Value of Popular Music, Cambridge 1998, S. 203-225. (Wie ticken eigentlich Popwissenschaftler? Hier kann man es nachvollziehen.)

7. Erika Fischer-Lichte, „Live-Performance und mediatisierte Performance“, in: Theater der Zeit: Theaterwissenschaftliche Beiträge (2000), H. 10, S. 10-13.  (Grandios eng geführte Argumentation, so hält man den Laden zusammen. Wir ließen sie gegen den bei ihr gedissten Auslander antreten…)

8. Philip Auslander, „Tee Vee’s Playhouse. Live Performance in a Mediatized Culture“, in: Aura. Film Studies Journal (Schweden), Jg. 6 (2000), Nr. 1, S. 26-43 oder hier. (… der das Duell m.E. klar für sich entscheiden konnte. Dennoch ist es sinnvoll, beides zu lesen, um zu erkennen, wie verschieden die Denkmuster und -schulen sind.)

Viel Spaß beim Lesen!