Wellenbecken

Komm schnell, die Wellen gehen gleich los…

Tag: Thaddäus

CampusKandinsky in Maisels Katakomben

by Knut Holtsträter

Meine Güte, in so einer Location aufzuspielen war ein einzigartiges Erlebnis. Anlässlich der CampusKandinsky-Ausstellung in Maisels Brauerei-Katakomben, ca. 7 Meter tief unter der Erde, durfte die Hansestadt zur Vernissage aufspielen. Angekündigt wurde, how quaint: „Musik: Der blaue Elefant“. Aber es kam alles anders, der kurz vorherzusammengestellte Support, bestehend aus Andi, Matthias und mir, spielte statt einer dreiviertel Stunde einfach viereinhalb Stunden und die andere Hälfte des Blauen Elefanten, Felix und Thaddäus, gesellte sich dazu.

Musikalisch ging die Klangreise durch alle Genres, die bislang in der Klangwerkstatt durchgehechelt wurden, und es gab auch ein paar Einblicke auf Neues, bislang Ungehörtes. Performativ waren die Hanseaten mit Grablicht, Einkaufswagen-Klangscooter und zu Bett gelegter Hertiecaster mal wieder an der Speerspitze der Bayreuther Kunst-Avantgarde. Wie immer alles improvisiert und nichts vorher abgesprochen.

Die Katakomben waren akustisch ein Traum, die Klänge waren bis in die hintersten Ecken zu hören und wurden mit zunehmender Entfernung gar nicht leiser, sondern nur ein wenig weicher. Hoffentlich lässt sich die Brauerei bald wieder zu so einer Veranstaltung überreden.

Dem CampusKandinsky-Team an dieser Stelle noch mal ein dickes Dankeschön für die Möglichkeit, dort zu spielen.

Die Ausstellung geht noch bis Sonntag, zur Finissage-Party, also alle hin und Freunde mitbringen.

Hier noch ein paar Impressionen von Matthias‘ Webcam, die einen Eindruck von der Performance geben.

Und hier ein Video von der gesamten Ausstellung… die Musik ist nicht von uns ;-)

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Mit dem blauen Elefanten im Glashaus

by Knut Holtsträter

Manchmal sind die Sachen so einfach. Schlingensief brachte es ja mal auf den Punkt, als er der BILD erzählte: „Kunst ist wie Sex machen. Einfach rausholen und loslegen.“

So ähnlich war es am 3. Juli im Glashaus, wo der Blaue Elefant onaniert im Park zum zweiten Male auftrat und die Gemüter der Anwesenden verstörte. Das Projekt funktioniert so ähnlich wie HGichT, ein Künstlerprojekt aus Hamburg. Es wird eine Menge Elektronika geschranzt und es werden Texte getoastet, die sich mit dem systemkritischen Verzehr von Dosenbier und ähnlichem auseinandersetzen.

Meine Funktion an diesem Abend sah folgendermaßen aus: Nach kurzer Inaugenscheinnahme und Kennenlernen eines weiteren Mitmusikers Theo war klar, dass ich der Alterspräsident war. Da ich auch noch ein Nerd-T-Shirt mit US-Flagge anhatte, kamen wir ganz schnell auf mein Elefanten-Pseudonym: Oppa Amerika. Schnell noch die glashauseigene Nackenrolle unter den Arm geklemmt und dann schnell auf die völlig kunstvernebelte Bühne. Ich kniete mich mit meiner Hertiecaster vor mein Pedalbrett – was ziemlich bräsig aussah, da ich zu Thaddäus immer aufschauen musste – und drückte auf meinen Effekten rum, die sich dann mit den anderen Geräuschen zu einer Schranzwand vermengten. Thaddäus gab derweil den Zeremonienmeister, dann fiel noch die Technik auf der Bühne aus, und am Ende jagte ich Thaddäus mit der Spielzeugkettensäge meines Sohnes lautschreiend einmal durchs vollbesetzte Glashaus.

Insgesamt waren wir uns einig, dass es noch nicht viel mit Musik zu tun hatte. (Vielleicht wird es auch bald ein Elektroporjekt mit ‚richtiger‘ Musik geben, man weiß es nicht.) Aber Spaß gemacht hat es trotzdem. „Kraul den Kapitalismus“ wird sicher in die Glashaus-Meme-Galerie aufgenommen.

Bin gespannt, wann wir das nächste Mal rausholen und loslegen :-)

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